porzellan
( von ital. porcellana >Porzellanschnecke< ) - eine verglaste, weiße Ware mit durchscheinendem Scherben. Die Porzellanmasse ist der edelste und wertvollste Werkstoff in der Keramik. Es ist eine Mischung verschiedener Rohstoffe. In China, wo Porzellanerde praktisch als Naturprodukt vorkommt (Berg Kao-Ling) wurde Porzellan vermutlich ab dem 7.Jh. hergestellt. Seit Ende des 13. Jh. gelangten Einzelstücke von chinesischem Porzellan nach Europa. Versuche, das „weiße Gold“ nachzuahmen wurden bereits um 1500 in Venedig und in der zweiten Hälfte des 16. Jh. an italienischen Höfen („Medici Porzellan“) unternommen. 1693 machte Walter von Tschirnhaus in Dresden - unter August dem Starken - keramische Schmelzversuche mit großen Brennlinsen. Seinem Gehilfen, dem Alchemisten J.F. Boettger gelang schließlich 1708 die erste ernst zu nehmende Porzellanrezeptur. 1710 wurde die Meißener Porzellanmanufaktur gegründet.

Ich arbeite mit der berühmten Rohporzellanmasse aus LIMOGES, das sich durch ein besonderes Weiß, schöne Transparenz des gebrannten Scherbens, sowie absoluter Härte auszeichnet. Die Gefäße drehe ich frei - oft bewusst "wackelig" auf der Töpferscheibe und montiere, verändere sie nach Bedarf. Oft lasse ich sie außen unglasiert, um die Schönheit des weißen Scherbens zu betonen. Glasuren sind entweder rissfreie Transparentglasuren oder selbstentwickelte - manchmal eingefärbte - Feldspatglasuren.
Nach dem ersten Brand werden sie im „petit feu“ bei 1280° oxidierend gebrannt. Unglasierte Oberflächen werden nach dem Glasurbrand von Hand mit einem feinen Sandpapier poliert: so fühlt sich das harte Porzellan zart und weich an.
Die Porzellanarbeiten stehen in einem spannenden Kontrast zu meinen dunklen, rauen Rakuarbeiten.